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Dachstein (slovenská verzia)

Dachstein ist ein großes und oft besuchtes Massiv in den Nördlichen Kalkalpen. Weder das höchste (Lechtaler Alpen) noch das größte (Totes Gebirge), doch für den Kletterer durch seine großen steilen Wände äußerst interessant. Und der Fels ist von excellenter Qualität, wie wir überrascht festgestellt haben: fest, rauh, strukturiert und gut abzusichern. Neben dem Steinerweg, in dem immer etwas los ist, werden die Wände selten beklettert. Das ist Schade. Die großartige Fels- und Gletscherkulisse, die Erlebnisse haben alle Erwartungen übertroffen.


Routenübersicht


Hoher Dachstein 2995 m

26. 8. 2007 - Serpentine 6+, 700m. Wir haben im Prinzip unter der Südwand biwakiert. Doch der Begriff von Nähe relativiert sich in dieser riesigen Szene und der morgendliche Zustieg ist sehr zeitraubend. Von den drei Rinnen in der Stufe unter der eigentlichen Wand ist die linke am besten passierbar. Es folgt kraftraubender Schutt und ein tückisches Schneefeld. Zwei Stunden sind vergangen und ich schaue mich in erster wenig ausgeprägten Verschneidung um, ob ich da richtig bin. Nach einigen Metern treffe ich auf einen Stand und ein schöner Tag beginnt. Ermutigt klettere ich weiter, lege Sicherungen und genieße erste Meter im 5. Grad, mache einen Stand. Es ist windstill, angenehm warm und fast wolkenlos. Wir sind bester Laune und fühlen uns auch körperlich gut.

Jede Seillänge bietet interessante Stellen, der Rest ist leichter und das erlaubt uns schnellen Fortschritt. Es reichen wenige Sicherungen pro Seillänge. Schwer sind Platten in der 5. und 10. SL, beide mit BH abgesichert. In der 12. SL in nur ein Zug über einen Überhang schwer, gleich vom Stand weg, ohne dabei dem Sichernden auf den Kopf zu treten. Die Wand ist kompakt, mit Friends gut absicherbar und an den schweren Stellen sind Haken. Die Halbzeit ist bei einer Nische über leichteren Platten der Gödel-Steiner Route. Folgende Seillängen sind etwas anhaltender und mit mehr Bohrhaken ausgestattet. Letzte zwei SL traversieren links über brüchige Risse und Bänder. 25 Seillängen sind hinter uns.

Von der Oberen Windlucke steigen wir mit bereits etwas angeknackter Kondition zum Gipfel, um halb Sieben sind wir oben. Kein Mensch da, es bläst kalter Nordwind und oft verhüllen uns Wolken. Wir steigen über den Schulteranstieg und den langen Klettersteig ab und meiden so die Randkluft. Steigeisen und Gamaschen sind nicht nötig. Vom Hunerkogel-Klettersteig biegen wir in nicht ganz reife Schütt ab, was den Abstieg etwas beschleunigt. Nach zwei Stunden sind wir am Zelt. Unser Tag war 16 Stunden lang.

Untere Windlucke 2650 m

27. 8. 2007 - Große Verschneidung 6+, 550 m. Nach der Serpentine fühlen wir uns noch gut und das Wetter soll nur noch einen Tag halten. So soll noch was anspruchsvolleres aber kürzeres her. Der Schutt unter der Wand ist richtig widerlich, wir krabbeln auf allen Vieren. Etwa eine Stunde lang blödeln wir am Schnee herum, dann steigen wir einfach irgendwo am Wandfuss abseits vom Schnee ein und klettern zwei schöne Seillängen im vierten Grad bis zur Rampe. Die nächsten 150m klettern wir parallel, sichern kann man kaum, obwohl die Platten stellenweise schon steil sind. Die Seilschaft, die die Nacht in der Wand mit Standsuche verbracht hat, seilt sich uns entgegen ab.

Nach den 5er-Verschneidungen wachsen die Schwierigkeiten stets weiter, Haken gibt es nur an den schwersten Stellen und Stände sind auch nicht alle da. Die Große Verschneidung ist viel ernster als die Serpentine. Der Fels ist durch Wasser unglaublich zerfressen, man klettert an rauhen Löchern. Die Finger protestieren schon, vor allem in meiner 6+ - großartiger, anhaltender Wandkletterei über 30m mit Löchern und Rissen, direkte Variante mit Normalhaken. Stand danach am Köpfl. Dann ist ein Fehler im Topo, am Fels fehlen zwei Seillängen. Die nächste 6+ folgt gleich und ein schlechter Stand danach. Die Crux, richtig schwere Leistenkletterei auf luftigster Kante. Schwere Längen nehmen jeweils fast eine Stunde in Anspruch, wir sind auch schon müde. Der Rest ist dann wieder leichter.

Letzter Stand ist am Bandsystem. Knapp links vom Wasserstreifen, der senkrecht die ganze Wand durchzieht, ist eine Abseilpiste. Von der Quelle schaut ein Steinbock zu mir herüber. Wir klettern ab und traversieren nach rechts zum ersten Stand, tanken Trinkwasser. Achtmaliges Abseilen, letzte zwei Längen bei Finsternis, bringt uns wieder zum Wandfuss, genau auf die Stelle zwischen den Schneeflecken. Super. Das Seil hat sich nicht verklemmt und ich habe nur einen Stand übersehen.

Die Jungs haben in dieser Wand den Wasserfallweg, 6-, gemacht und er hat ihnen auch gefallen. Ist auch fast komplett selbst abzusichern. Am dritten Tag klettern sie den Steinerweg in wolkenverhangener Wand und biwakieren beim Gewitter an der Seilbahn-Bergstation. Die offene Hütte war ihnen vermutlich zu komfortabel. Wir zwei können nur noch essen, trinken und schlafen. Schliesslich haben wir die Wettermeldungen gelesen.

Bemerkung: Wenn hier von angenehmer Kletterei die Rede ist, man denke daran, dass ich 7+ meist onsighten und bis 6C+ bouldern kann. Es waren für mich also relativ leichtere Routen, in denen ich mich nicht viel sichern musste. Bitte die Schwierigkeit und den Zeitaufwand nicht unterschätzen.

Was mitnehmen: Ein Ruksack mit Essen für den Tag, 3 l Wasser, 2-Mann Biwaksack, Kleidung, feste Schuhe, Gamaschen. Das nächste Mal würde ich (auch für die Schutthaufen am Zustieg) Steigeisen mitnehmen und die Gamaschen weglassen. Zur Sicherung haben Camalots bis 3 und Keile gereicht.

Stützpunkte: Dachstein-Südwand-Hütte (privat, ab 12 EUR), Seethaler Hütte (Alpenverein, ab 4 EUR)

Literatur


HOME - Späť na hlavnú stránkuMartin Černička <dedo @ terminus.sk>
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